FAQ zu Waldbrandgefahr und Feuerverboten

Häufig gestellte Fragen und Antworten zur Waldbrandgefahr, deren Ursachen, und den Zuständigkeiten rund um die Prävention und Feuerverbote.

Im Winter oder anfangs Frühling besteht vorwiegend im Tessin und den Bündner Südtälern eine erhöhte Waldbrandgefahr, besonders, wenn sich eine Nordwindlage einstellt. Die Sonnenstrahlen gelangen dann direkt auf die schneefreien Waldböden (die Vegetation hat zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgeschlagen) und trocknen die dürren Gräser und das Laub vom Vorjahr zusätzlich.
Im Sommer trocknen die Waldböden wegen der hohen Tages- und der milden Nachttemperaturen aus, weil sich nur wenig oder gar kein Tau bildet, der etwas Feuchtigkeit bringen könnte. Die Gefahr von Waldbränden kann daher in der ganzen Schweiz an der Bodenoberfläche zunehmen, insbesondere in sonnenexponierten Gebieten (an Südlagen) und bei trockenen Winden wie Bise oder Föhn.

Berücksichtigt werden
- der tatsächlich gefallene Niederschlag und der für die nächsten drei Tage vorausgesagte Niederschlag
- der Niederschlag, der effektiv bis auf den Waldboden gelangt
- z.T. Feuerwetterindizes (Einfluss des gesamten Niederschlags der vorangehenden Wochen auf den Waldboden und die Vegetation)
- Bodenfeuchtigkeit (nur in Tessin)
- Wettervorhersagen
- lokale Gegebenheiten wie der Bodentyp (zum Beispiel durchlässige Kalkböden, die weniger Feuchtigkeit speichern und schneller austrocknen).
Dabei sind die Kenntnisse des Forstdienstes vor Ort wichtig. In jedem Fall überprüfen Förster oder Försterinnen die tatsächliche Lage im Wald, um eine gute Beurteilung machen zu können. Bei der Einschätzung werden auch wissenschaftliche Erkenntnisse (z.B. brennt im Winter am meisten im Süden, im Sommer hingegen brennt es am meisten auf der Alpennordseite) und die Waldbrandstatistik der Schweiz (swissfire) berücksichtigt.
Ein weiterer Faktor ist der Mensch. Wenn davon auszugehen ist, dass Menschen vermehrt im Freien Feuer anzünden werden (erhöhte Feuer-Aktivitäten z.B. am 1. August), wird dies ebenfalls in der Gefahreneinschätzung – man spricht dann von Risiko - berücksichtigt.

Der weitaus häufigste Verursacher von Waldbränden ist der Mensch. Menschliche Aktivitäten (z.B. Feuer anzünden), Fahrlässigkeit (weggeworfene Raucherwaren, heisse Katalysatoren von auf Waldboden abgestellten Autos und Motorrädern, Feuer schlecht gelöscht, etc.), aber auch die Technik wie zum Beispiel Züge und dessen Hochspannungsleitungen die zu Funkenschläge führen können zu Brandausbrüchen führen.
Langfristig geht man im Zusammenhang mit dem Klimawandel davon aus, dass die Waldbrandgefahr in den Sommermonaten steigen wird. Im Winter dürfte die Gefahr gleich hoch bleiben wie heute. Es ist ebenfalls wahrscheinlich, dass aussergewöhnliche Wetterlagen (z.B. langandauernde Trockenperioden, kurzfristige, extreme Temperaturschwankungen) künftig häufiger werden.

​​​​​​​Eine Übersicht über die generelle Lage und die Massnahmen ist auf www.waldbrandgefahr.ch in der Tabelle «Bedeutung der Massnahmen in den Kantonen» zuunterst auf der Seite zu finden. Gemeinden oder lokale Forstdienste können strengere Massnahmen als der Kanton festlegen. Dies hängt von den örtlichen Gegebenheiten und der gängigen Praxis ab.
Die Massnahmen können, wie erwähnt, von Region zu Region variieren. Medienmitteilungen zu den aktuellen Massnahmen finden Sie auf der Webseite www.waldbrandgefahr.ch in der rechten Spalte (Link). Für aktuelle Massnahmen in einem bestimmten Gebiet sind die lokalen Behörden (Bezirk oder Gemeinde) direkt zu kontaktieren.

Für die Massnahmen sind die Kantone zuständig und die Bestimmungen können von Kanton zu Kanton variieren. Um genauere Angaben zu haben, ist die kantonale Fachstelle direkt zu kontaktieren (Anhang 1).
Generell sind auch die Kantone für die Umsetzung der Massnahmen zuständig. Je nach Kanton ist eine andere Stelle zuständig. Häufig werden Feuerverbote entweder vom Forstdienst, dem Bevölkerungsschutz oder aber von der Kantonregierung, dem Bezirk oder der Gemeinde erlassen. Als zuständige Bundesstelle koordiniert und informiert das Bundesamt für Umwelt im Rahmen seiner Warntätigkeit über die Massnahmen der Kantone. Es stellt zudem die Lage in seiner nationalen Übersicht www.waldbrandgefahr.ch dar.
Das Feuerverbot wird nur aufgehoben (Entwarnung), wenn eine ausreichende Menge an Wasser auf dem Waldboden ankommen ist und die Streu- und Humusschichten wieder feucht genug sind. Trotz Niederschlägen kann die Waldbrandgefahr also noch eine gewisse Zeit danach gross bleiben. In die Einschätzung der Waldbrandgefahr fliessen Faktoren ein, welche über den Niederschlag der letzten 24-48 Stunden hinausgehen (siehe Frage 2).
Um genauere Angaben zu den Gründen der Warnung in einer bestimmten Region zu haben, ist die kantonale Fachstelle direkt zu kontaktieren (Anhang 1).
Detailliertere Informationen zum Feuerverbot generell und was es bedeutet, können direkt bei der kantonalen Fachstelle angefragt werden. (Anhang 1).
Für aktuelle Massnahmen in einem bestimmten Gebiet sind die lokalen Behörden (Bezirk oder Gemeinde) direkt zu kontaktieren.
Dies ist kantonal geregelt und die Bestimmungen können von Kanton zu Kanton variieren. Um genauere Angaben zu haben, ist die kantonale Fachstelle direkt zu kontaktieren (Anhang 1).
Dies ist kantonal geregelt und die Bestimmungen können von Kanton zu Kanton variieren. Um genauere Angaben zu haben, sind die Kantonsverantwortlichen direkt zu kontaktieren (Anhang 1).
Es gibt verschiedene Verhaltensregeln, die Wichtigsten sind hier aufgeführt: www.waldbrandgefahr.ch/de/waldbrand/waldbrandursachen-verhaltensregeln/.
Die kantonalen Webseiten informieren über die regionalen Gegebenheiten.
Generell gilt: Wer sich an die aktuell geltenden Vorschriften hält, hilft das Risiko vom Waldbränden klein zu halten und Schäden zu vermeiden.
Alle drei Applikationen verwenden die gleichen Gefahrenstufen. Unterschiedlich ist die Visualisierung: auf www.waldbrandgefahr.ch werden nicht nur Gefahrenstufen dargestellt, sondern auch bei Feuerverboten die geltenden Massnahmen. Die Bevölkerung weiss dann direkt, was in einer Region erlaubt ist und was nicht. Die anderen zwei Applikationen naturgefahren.ch und die MeteoSchweiz App zeigen jeweils nur die Gefahrenstufen und nicht auch die geltenden Massnahmen an. Sie verlinken für weitere Informationen auf www.waldbrandgefahr.ch.
Auf www.waldbrandgefahr.ch werden die kantonalen Waldbrandwarngebiete angezeigt. Auf www.naturgefahren.ch werden alle Naturgefahren auf den gemeinsamen Warnregionen des Bundes dargestellt. In den meisten Fällen stimmen sie überein.
Ein nationales Feuerverbot des Bundes wäre nicht im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen, welche den Erlass von Verboten den Kantonen resp. Gemeinden übertragen. Es ist aufgrund der lokalen Standortbedingungen und lokalen meteorologischen Verhältnissen sinnvoll, dass die Behörden vor Ort die Situation einschätzen und entscheiden.
Für ein nationales Feuerwerkverbot liegt die Zuständigkeit bei der Bundespolizei FEDPOL.
Von einem trockenen Gewitter spricht man, wenn Blitz und Donner von keinem oder wenig Niederschlag begleitet werden, also praktisch trocken daherkommen. Manchmal sind dann die Lufttemperatur und -trockenheit so hoch, dass der Regen verdunstet, bevor er den Waldboden erreicht. Wenn in einem solchen Gewitter ein Blitz einschlägt, kann dies in einer Trockenperiode einen Waldbrand auslösen. Natürliche Brände haben in der Schweiz in den letzten Jahren im Süden und im Sommer tatsächlich zugenommen (vermutlich wegen trockener Gewitter). Angesichts des Klimawandels geht man davon aus, dass diese Gefahr in der Schweiz langfristig noch steigen könnte.
Ausführliche Informationen zu diesem Thema können über die Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) bei der Forschungsgruppe "Insubrische Ökosysteme" in Cadenazzo angefordert werden. Diese untersucht die Landnutzung im Zusammenhang mit globalen Ökosystem-Veränderungen am Beispiel der Insubrien. Unteranderem forscht diese Gruppe auch im Bereich Management und Vorbeugung von Waldbrand.

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